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Vom Fotografieren

27.08.2019

 

Guten Tag allerseits!

 

Voilà, hier also mein erstes genähtes Maxikleid!

Ich habe „Nielas Wickelding“ aus dem schönen Sternenstoff von BlueB.ch genäht (er glitzert sogar etwas!) und ich freue mich schon, es zu hoffentlich vielen Gelegenheiten anzuziehen.

Neben dem Nähen ist mein zweites grosses Hobby und kleiner Nebenjob die Fotografie, denn ich halte auch die eine oder andere Hochzeit fotografisch fest. Nun habe ich mir vorgenommen, euch in einigen meiner Blogbeiträge dazu etwas weiterzugeben. Denn immer wieder sagen mir Leute, dass sie es wirklich schwierig finden, ihre genähten Sachen gut fotografisch festzuhalten.

 

In diesem Beitrag geht es um die Rahmenbedingungen, welche ich versuche einzuhalten, wenn ich fotografiere.

Ich habe mein Kleid bewusst an 3 verschiedenen 

  1. Vorüberlegungen zum OrtMeist überlege ich schon während dem Nähen, wo ich mir vorstellen könnte, das Kleidungsstück zu fotografieren. Ich habe für mich eine Liste von ca 15 verschiedenen Orten gemacht, an denen ich gerne meine Kleidungsstücke fotografiere. Die schaue ich dann oft durch und überlege mir, welche Location am Besten zu meinem Kleidungsstück passen würde. Maritime Stoffe fotografiere ich am liebsten an einem See, Blumen eher auf einem Feld etc. Manchmal fahre ich aber auch mit dem E_Bike drauflos und lasse mich von der Umgebung überraschen. Oftmals muss man gar nicht weit fahren und findet mit dem richtigen Blickwinkel in unmittelbarer Nähe schöne Orte. Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt: 
     

  2. Wahl des Hintergrundes
    Meiner Meinung nach ganz ganz wichtig für gute Fotos ist die geeignete Location. Das kann natürlich je nach Aussage, die man machen möchte, sehr unterschiedlich sein. Beim präsentieren von Kleidung befolge ich meist die Devise „weniger ist mehr“. Oftmals suche ich mir sehr ruhige Hintergründe, bei denen nichts vom Kleidungsstück ablenkt und es nicht im ganzen Farbenmix untergeht. Dunkle oder farbige Kleidungsstücke kann man bei einem hellen Hintergrund gut in Szene setzen. Und somit natürlich für helle Kleidung eher dunkle Hintergründe wählen. So liegt der Fokus wirklich auf dem Pulli, Rock, …
    Geeignet sind mehr oder weniger unifarbene Wände, ein Seeufer, wo nichts als das Wasser dahinter ist, der Himmel, ein Feld oder eine Wiese. Ich habe aber auch schon (wie oben erwähnt) am Bahnhof fotografiert, weil ich das Aufeinandertreffen von Güterwagen und Blumenpulli so spannend fand. Man sieht, alles ist möglich und ok, wenn es zur Bildaussage passt. 
    Oftmals suche ich mir den Platz auch so aus, dass ich Menschen, welche vorbeikommen, schon aus einer gewissen Distanz sehe. So kann ich mich rechtzeitig hinter die Kamera stellen und mich so verhalten, als würde ich die schöne Aussicht fotografieren :)
     

  3. Zeit
    Immens wichtig für gute Fotos erachte ich, genügend Zeit einzuberechnen. Natürlich ist es nicht immer möglich und ich habe auch schon Fotos innerhalb von 5 Minuten gemacht. Aber zum Beispiel bei Hochzeitsreportagen merke ich immer wieder, dass vor allem die Bräutigame erst nach ungefähr einer halben Stunde beginnen sich zu entspannen. Und entspannte Menschen sehen einfach viel glücklicher aus auf den Fotos - auch wenn sie Kleidung präsentieren. 
     

  4. Zeitpunkt und Licht.
    Ich bin, wenn ich mich selbst fotografiere, viel entspannter, wenn ich alleine bin. Das heisst, ich gehe nicht in der Rushhour auf den Bahnsteig, sondern suche mir ein Plätzchen abseits von Menschenmassen (meistens… manchmal muss es dann doch ein Bahnhof sein..). Das zweite wichtige Kriterium für den Zeitpunkt ist die Sonne. Am besten ist es, nicht in der prallen Mittagssonne zu fotografieren. Sie steht dann so hoch, dass sie extreme Schatten wirft. Im schlimmsten Fall ist ein Teil des Pullis weiss, der andere fast schwarz. Am besten ist es in den Morgen- und frühen Abendstunden, denn dann ist das Licht am intensivsten.
    Sonst auf der sicheren Seite ist, wer quasi ins Licht blickt, wenn er fotografiert wird. Aber oft kann auch ein anderer Lichteinfall für ein bestimmtes Motiv besser wirken. Ich mag zum Beispiel Fotos im Gegenlicht bei Sonnenuntergang sehr.
     

  5. Maxikleid als Beispiel
    Zur Veranschaulichung dieser Punkte habe ich mein Maxikleid an 3 verschiedenen Orten fotografiert.
    Offensichtlich sticht das Dunkelblau des Kleides vor dem weissen Hintergrund sehr gut hervor. Doch da der Ort an sich nicht wirklich charmant ist, sind die Bilder zwar ok, aber nicht sehr aussergewöhnlich.
    Die zweite Location war eine Grünanlage. Diese Fotos habe ich ungefähr zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs aufgenommen, wobei die Sonne jedoch schon hinter den Häusern verschwunden war und ich somit keine direkte Sonnenstrahlung mehr hatte. Ich werde beleuchtet, aber nur „indirekt“. Meiner Meinung nach ist jedoch der Garten mit dem vielen Grün schon zu viel Ablenkung, da die das Grün der Pflanzen mit dem Blau des Kleides konkurriert. Zudem ist das Kleid gemustert und die Pflanzen weisen ebenfalls viele unterschiedlichen Strukturen auf.  Durch eine Nahaufnahme fallen diese beiden Punkte etwas weniger ins Gewicht, da ich mehr Platz einnehme und schon dadurch mehr im Fokus bin. Leider kann man dann natürlich das Kleid nicht mehr im Ganzen zeigen. Bei der zweiten Aufnahme aus einem andern Blickwinkel sieht man im Hintergrund ein oranges Haus, das so schwierig zu retuschieren ist und für mich zu fest ablenkt, da es genau die Komplementärfarbe ist. 
    Die dritte Location, meine geliebte dunkle Wand. Das Kleid wirkt vor dunklem Hintergrund ganz anders und verschwindet beinahe. Diese Fotos sind meine Liebsten. Dies hat damit zu tun, dass für mich das ganze Bild eine Einheit bildet und der helle Aufdruck des Stoffes in den Vordergrund tritt und richtig „leuchtet“. Das heisst, das Spezielle des Kleides/Stoffes wurde hier zur Geltung gebracht. 



    Soweit für diesmal, ich hoffe, ich konnte dem einen oder der anderen etwas weiterhelfen und werde sicher in einem der nächsten Beiträge das Thema Fotografie wieder aufgreifen.

Alles Liebe und geniesst euren Tag!

*** Werbung: Stoff wurde mir zur Verfügung gestellt, Schnitt ist selbstgekauft***

Stoff: http://bit.ly/2ZcQOQi von BlueB.ch

Schnitt: Niela's Wickelding von PhiBobo's Zaubernadel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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